Samstag, 10. August 2013

Onlineplattform für unbekannte Künstler jeglichen Couleurs

Dieser Post spring aus der Reihe meiner üblichen Texte, da ich hier einmal eine Frage stellen möchte, bei der ich mich sehr über Antworten freuen würde.

Glaubt ihr, dass eine Onlineplattform, auf der (noch) unbekannte Künstler aller Couleur – also Autoren, Dichter, Musiker, Designer, Fotographen, Maler etc. - kostenlos ihre Werke vorstellen und verkaufen können, auf Zustimmung in den entsprechenden Communities stoßen würde?
 Den Aufbau der Plattform könnte man sich ähnlich dem von Amazon oder Ebay vorstellen. Die Plattform selber würde nur den Mittelsmann spielen, die Künstler würden ihre Kunstwerke selber verkaufen und es würden für sie keinerlei Kosten anfallen. Die Interessenten/Käufer hätten auf dieser Plattform den großen Vorteil, dass sie dort eine große Menge an andersartigen, exklusiven und neuen Kunstwerken erwerben könnten und dass es kein spezialisiertes Forum für beispielsweise Autoren wäre.

Neben Antworten auf die Hauptfrage freue ich mich auch sehr über jedwede Anregungen und- und das ist mir sehr wichtig! – über jede Kritik und jeden, der begründet meint, dass das nicht funktionieren wird.

Freitag, 2. August 2013

Die Deutschen und ihre Zufriedenheit der ihrer Regierung



Laut dem ARD-Deutschlandtrend zeigen sich 48 % der Deutschen zufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung. Das ist der höchste Wert seit dem Beginn dieser Umfrage im Jahr 1997. Er liegt sogar noch einen Prozent über dem Wert, den die rot-grünen Bundesregierung im Jahr 2000 erzielte, als sie den Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen.  Wenn man als Fremder sich dieses Ergebnis anguckten würde, ohne etwas von der politischen und gesellschaftlichen Situation zu wissen, könnte man sich ja darüber freuen, dass das Land eine so gute und fähige Regierung hat. Wenn man jedoch in diesem Land lebt und sich bemüht, halbwegs informiert zu sein, könnte es sein, dass man über dieses Ergebnis sehr verwundert ist.

Die jetzige Regierung ist seit dem 27. September 2009 im Amt und wird sich dieses Jahr am 22. September zur Wiederwahl stellen. In diesen vier Jahren ist vieles passiert, was positiv war, aber auch vieles, was einen sehr schalen Beigeschmack hatte. Woher die gute Stimmung in der Bevölkerung gegenüber der Bundesregierung kommt, ist also, zumindest bei der Beschränkung auf das rein politische, nicht ganz ersichtlich.

Fangen wir bei dem Atomausstieg an. Nachdem der Ausstieg aus der Kernenergie im Jahr 2000 beschlossen wurde, machte in die schwarz-gelbe Regierung 2009 wieder rückgängig nur um ihn nach dem Erdbeben und dem Tsunami um Fukushima 2011 doch durchzusetzen. Eine gerade Linie bei der Politik sieht etwas anders aus, aber anscheinend spielt das für die Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Politik keine Rolle.
  
Das Selbe gilt auch für den enorm hohen Verschleiß an Ministern, die vor allem wegen Plagiatsaffären von ihrem Amt zurücktreten mussten. Besonders peinlich bleibt dabei Anette Schavan in Erinnerung, die als Bildungsministerin eigentlich eine direkte Vorbildfunktion für sämtliche Schüler, Studenten, Professoren oder Lehrer hat. Oder einem, von der Bundeskanzlerin gewollten, Bundespräsidenten, der sich mit Bestechungsvorwürfen konfrontieren lassen musste und sich im Anschluss einen erheblichen verbalen Ausrutscher gegenüber der Bild-Zeitung leistete.

Die aktuelle Spähaffäre, die von der Bundesregierung – wie auch von der Opposition – größtenteils einfach nur ausgesessen wird, hat zwar auch Proteste in der Bevölkerung hervorgerufen, die haben sich aber meist nur auf kleine, eher internetaffine Kreise beschränkt. Für einen Großteil der Deutschen scheint es unerheblich zu sein, dass nahezu sämtliche Daten, die sie irgendwie digitalisieren oder in elektrische Signale umwandeln, auf Servern von irgend einem Geheimdienst landen und die Bundesregierung dabei einfach zuschaut. Den ersten Pressemitteilungen, das man davon auch erst durch die Presse erfahren hat, konnte man eigentlich nur Glauben schenken, wenn man entweder sehr naiv ist oder noch nie politisch gearbeitet hat. Und da wir in Deutschland, zumindest in der einen Hälfte von Deutschland, schon einmal erlebt haben, was es bedeutet, wenn der Staat sämtliche persönlichen Daten abgreift, sollten wir dafür eigentlich etwas sensibilisiert sein. Das von Seiten der Bundesregierung dann nur ganz spärlich Informationen über die Spähprogramme veröffentlich werden und diese von den gängigen Medien schon Tage vorher veröffentlich wurden, sollte einen eigentlich vorsichtig machen. Aber irgendwie scheint auch das der Beliebtheit der Bundesregierung keinen Abbruch.

Auch bei der aktuellsten Verschwendung von Steuergeldern – dem Euro Hawk – scheinen viele Deutsch nicht beeindruckt zu sein. Zwar sind die 668 millionen Euro eine Lappalie im Vergleich zu den Geldern, die im Moment für die Rettung maroder Banken und EU-Mitgliedsstaaten ausgegeben oder garantiert werden, aber es sind immer noch Steuergelder, für die ein Großteil der Bevölkerung hart arbeiten musste. Vielleicht sehen die Deutschen aber darüber hinweg, weil gestern der ersten Airbus A400M ausgeliefert wurde, nachdem er eigentlich schon seit 2009 bei den deutschen Truppen eingesetzt sein sollte. Abgesehen von den vielen Geldern die bis jetzt in den Euro Hawk geflossen sind, ist auch das Verhalten von de Maizères alles andere als tadellos, aber daran hat man sich anscheinend auch langsam gewöhnt.

Als ich das Ergebnis des Deutschlandtrends gesehen habe, war ich ehrlich erstaunt. Aufgrund immer wieder längerer Zeiten von erzwungener Medienabstinenz konnte ich nur einen Teil der aktuellen Lage live verfolgen, aber es hat trotzdem ausgereicht um eine gewisse Unzufriedenheit an der Arbeit der aktuellen Bundesregierung aufkommen zu lassen. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass das Prinzip des Aussitzens von Probleme, das die Bundesregierung langsam wirklich perfektioniert hat, mir einfach wiederstrebt. Es geht mir auch nicht darum, dass es unter rot-grün, schwarz-rot, rot-gelb oder anderen lustigen Farbkombinationen irgendwie besser oder ehrlicher zugehen würde -politische Irrungen sind farbenblind. Es geht mir nur darum, dass ein wenig mehr Selbstkritik der Deutschen wahrscheinlich zu einem etwas anderen Deutschland führen würde – einem Deutschland, wo man sich nur noch jeden zweiten Tag über die Arbeit der Regierung wundert. Auch wenn ich weiß, dass Politiker die Menschen sind, über die am meisten gelästert wird und über die eine unmenge an Vorurteilen exisitieren, kann ich es mir manchmal nicht vernkeifen, sie dann doch zu kommentieren.

Dienstag, 9. Juli 2013

Demokratie = Demos kratos?



Dass sich das Wort Demokratie aus dem  griechischen „Demos“ für „Volk“ und „Kratos“ für „herrschen“ zusammen setzt ist für die meisten Personen keine Neuigkeit. Über die Bedeutung dieser „Herrschaft des Volkes“ herrscht jedoch schon eine größere Uneinigkeit. Zwar sind sich noch fast alle darüber einig, dass das Volk jemanden für eine gewisse Zeitspanne als Herrscher wählt, aber was für Rechte es abgesehen von dieser Wahl noch hat, ist offensichtlich schon etwas, worüber man sehr gut streiten kann. Die aktuelle Situation in der Türkei, Brasilien und in Ägypten sind sehr gute Beispiele dafür, wie viel „Volksherrschaft“ überhaupt geduldet wird.

In der Türkei entwickelte sich aus einem kleinen, eigentlich unbeachteten Protest für den Erhalt eines  Parks mitten in Istanbul eine fast schon ausgewachsene Rebellion gegen die Politik Erdogans. Der ursprüngliche Protest wurde sehr schnell von der Polizei mit massiver Gewalt angegangen, da solche Proteste in der Türkei anscheinend nicht erwünscht sind. Im Zeitalter der modernen Medien ist ein massiver Polizeieinsatz gegen friedliche Demonstranten jedoch eine sichere Methode um den Protest aufzubauen. So kam es dazu, dass es nach relativ kurzer Zeit nicht mehr vorrangig um den Park ging, sondern sich zehntausende Menschen versammelten, um gegen all die Dinge zu Demonstrieren, die ihnen an der momentanen Regierung der Türkei nicht passen. Die Polizei versuchte auch diese Massenproteste gewaltsam aufzulösen, aber sie scheiterte immer wieder an der schieren Masse der Personen. Dass sie es letztendlich doch geschafft hat, die Proteste aufzulösen, ist einem sehr massiven Einsatz von Gewalt und wahrscheinlich auch einem nachlassendem Interesse der Demonstranten zu verdanken. Die Medienauftritte von Erdogan im Laufe dieser Proteste, in denen er die Demonstranten abwertend bezeichnete und sie teilweise auch offen beschimpfte, zeigten deutlich, dass Erdogan die Linie der Polizei stützte. Wenn sich eine Person gegen den so eindeutigen Willen eines recht großen Teils der Bevölkerung stellt, ist dies eine bestimmte Auffassung von Demokratie, die uns aber auch in Europa immer wieder Begegnet: „Demokratie“, also eine Mitwirkung des Volkes an der Politik, wird nur so lange geduldet, wie sie für einen selber angenehm ist. Wird sie unangenehm, muss das Volk eben wieder auf seinen Platz verwiesen werden. Es wird auch nicht mit den Demonstranten diskutiert, da man ja noch gewählt ist und man kann nur durch die nächsten Wahlen aus dem Amt gewählt werden kann.

In Brasilien waren soziale Missstände, wie die Erhöhung der Bustarife und die Korruptionsskandale, die vor dem Confed-Cup bekannt wurden, Auslöser für die Massenproteste. Auch hier war die Polizei sehr schnell mit Wasserwerfen und Gummigeschossen zur Stelle, wurde jedoch nach einem oder zwei Tagen von der Regierung wieder gebremst und zur Mäßigung aufgerufen. Zwar gab es auch in Brasilien weiterhin jeden Tag verletzte, aber die Gewalt hielt sich in Grenzen, und das auf beiden Seiten. Dies dürfte zu einem großen Teil daran liegen, dass die Präsidentin, Dilma Rousseff, sehr schnell auf die Wünsche und Forderungen der Demonstranten eingegangen ist und die Organisatoren der Proteste zu sich eingeladen hat. Anstatt auf Härte und Konfrontation setzte sie auf Verständnis und Deeskalation. Diese Art der Politik wird mit Sicherheit nicht nur etlichen Menschen das Leben gerettet habe, die sonst in den Protesten umgekommen wären, sondern setzte auch ein sehr deutliches Zeichen an die brasilianische Bevölkerung: Wir, die Regierung Brasiliens, nehmen euch ernst und sind uns unserer Pflichten euch gegenüber durchaus bewusst. Für die brasilianische Präsidentin gehören friedliche Demonstrationen also ganz offensichtlich zu einer funktionierenden Demokratie dazu. Auch die Tatsache, dass sie kurz nach den ersten heftigen Protesten einen „großen Pakt“ für ein besseres Brasilien ankündigte bedeutet, unabhängig davon, ob er nun umgesetzt wird oder nicht, dass sie die Wünsche der Demonstranten zumindest ernst nimmt. Hier wird ein vitaleres und offeneres, ein direkteres Demokratieverständnis gelebt.

In Ägypten ist Präsident Mursi knapp ein Jahr nach seiner Wahl vom Militär gestürzt worden. Auf den ersten Blick kann man das für einen einfachen Putsch halten, aber bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass das Militär den Willen eines großen Teiles der Bevölkerung sehr radikal umgesetzt hat. Schon einige Tage vor dem ersten Jahrestag von Mursis Wahl begann eine Welle von großen und teilweise auch gewalttätigen Protesten gegen ihn. Diese Proteste bekamen von Tag zu Tag mehr Zulauf und am Jahrestag von Mursis Amtseinführung demonstrierten in ganz Ägypten mehrere hunderttausend Menschen gegen ihn. Ihre Forderung, das Mursi sein Amt aufgibt und es Neuwahlen gibt, wurden von Mursi abgelehnt, da er schließlich für vier Jahre gewählt wurde. Dass das Militär den Willen eines großen Teiles des Volkes nun so radikal und schnell umsetzt, ist nicht unbedingt gut zu heißen, aber es wird so immerhin ein Neuanfang ermöglicht.

Brasilien, Türkei und Ägypten: Drei unterschiedliche Staaten mit drei vollkommen unterschiedlichen Demokratieverständnissen. Und ein Vergleicht dieser drei Staaten mit einem beliebigen anderen demokratischen Staat würde noch viele weitere Unterschiede aufzeigen. Es ist also sehr deutlich zu erkenne, dass es eigentlich gar keine genaue Definition davon gibt, was man noch als Demokratie bezeichnen kann. Vielmehr ist es eher eine subjektive Angelegenheit, die dem jeweiligen Beobachter eine Menge an Interpretationsfreiraum lässt. Und es zeigt sich auch deutlich, dass eine Demokratie nur in den seltensten Fällen wirklich demokratisch; eine echte Demokratie vielfach sogar vollkommen unerwünscht ist. Außerdem ist es vielleicht auch mal interessant darüber nachzudenken, dass Demokratien meistens nicht viel mit „Mehrheitsherrschaft“ zu tun haben, ganz zu schweigen von „Volksherrschaft“.

Um Bundeskanzler in Deutschland zu werden, reicht eine einfache Mehrheit. Wenn man nun 55 % der Stimmen hat, aber nur 70,78 % der Wahlbeteiligten wählen ( Wahlbeteiligung Bundestagswahl 2009) dann ist nicht wirklich eine Vertretung der Mehrheit des Volkes. Beinah alle Demokratien weltweit, mit Ausnahme der Länder, die eine Wahlpflicht haben, werden von Parteien regiert, die auch gemeinsam nicht die Mehrheit des Volkes repräsentieren. Ob man dies gut oder schlecht findet, ist einem selber überlassen. Auch lassen die meisten Demokratien dem Volk nur wenige Möglichkeiten sich direkt an die Regierung zu wenden. Volksentscheide auf Bundesebene sind nicht nur in Deutschland nicht möglich. Und trotz allem funktioniert die Demokratie bei uns in Europa noch ziemlich gut. Dass die Geburt dieser Art der Demokratie enorm schmerzhaft und brutal war, haben die meisten von uns schon wieder vergessen. Dass im Rahmen der französischen und anderen Revolutionen teilweise Ströme von Blut durch die Straßen flossen, wird gerne wieder verdrängt. Wenn jetzt in Staaten wie Ägypten oder Libyen nach einem oder zwei Jahren noch keine stabilen demokratischen Strukturen entstanden sind, ist das für viele Menschen ein Zeichen dafür, dass die vorherige Diktatur doch deutlich besser war. Sie sagen das, in dem Wissen, dass es in ihrem Land gut zwei Jahrhunderte gedauert hat, bis es endgültig eine praktikable Form der Demokratie gefunden hat.

Wir bezeichnen uns als Demokraten, aber sind wir wirklich „demokratisch“? Haben wir verstanden, wie wir regiert werden, wie wir regieren? Können wir wirklich von anderen Ländern verlangen, dass in wenigen Jahren hinzubekommen, wofür wir Jahrhunderte benötigt haben? Wir sind ganz schön komische Demokraten!

Alle Macht dem Volk!! - ??
Niemand kann dem Volk die Macht nehmen!

Montag, 1. Juli 2013

Masterplan für Syrien



Der Bürgerkrieg in Syrien ist nun fast schon vollständig aus den deutschen, aber auch aus den internationalen Medien verschwunden. Wenn wieder eine große Offensive ansteht oder Assad wieder an Boden gewonnen hat, wird zwar noch darüber berichtet, aber für Seite eins und für das aktuelle Tagesgeschehen reicht es nicht mehr. Und nach dem die Rebellen nun auf dem Rückzug sind und die Amerikaner angefangen haben, Waffen zu liefern, wird sich dieser Krieg wahrscheinlich zu einem sehr lange währenden Konflikt entwickeln, der auch nach dem Eintreten einer Waffenruhe das Volk noch für mehrere Generationen spalten wird. Um das zu verhindern, habe ich einen kleinen aber feinen 5 Punkte- Masterplan entwickelt!

1. Die Aberkennung sämtlicher nationaler und internationaler Rechte: Zur Verwirklichung des Plans muss natürlich zu allererst die ganze unnötige Bürokratie abgebaut werden, an die sich sowieso keiner hält. Das spart nachher viel Zeit und Geld, da die Verfahren vor dem Gerichtshof für Menschenrechte immer so lange dauern.

2. Syrien zu einem offiziellen Waffen-Testgebiet erklären: Jede Nation darf seine Waffen in die Region liefern, inklusive eigenen Ausbildern, die die sachgemäße Verwendung der Waffen sicherstellen. Somit könnten die ganzen aufwendigen und kostenintensiven Testverfahren stark vereinfacht werden und man hätte außerdem direkt praxistaugliche Ergebnisse.

3. Luftraumüberwachung durch automatisierte Kampfdrohnen: Im Moment beherrscht die syrische Luftwaffe noch den Luftraum und verhindert damit das Entstehen von größeren Gruppen von potentiellen Waffentestern. Deshalb wird Luftwaffe ausgeschaltet und allen Konfliktparteien wird ein Kontingent von automatisierten Kampfdrohnen angeboten. Damit hätte man erstmals ein sehr realistisches Testgebiet und könnte auch vollkommen autonome Drohnen einmal in Ruhe testen, ohne dabei irgendwelche Menschenrechte zu verletzen.

4. Beendigung des Konfliktes: Nach einer angemessenen Zeit, die ausreichend sein muss, damit alle Nationen sämtliche Waffensysteme in vollem Umfang testen konnten, muss es zu einer Beendigung des Konfliktes kommen. Zur Vermeidung von neuen Problemen ist eine ganzheitliche Lösung , die alle Bevölkerungsgruppen einschließt: Die vollständige Auslöschung Syriens durch die überflüssigen Atomwaffen aus dem kalten Krieg. Damit rückt man, durch das Aufbrauchen der Atomwaffen-Arsenale, dem Traum einer atomwaffenfreien Welt wieder ein wenig näher.

5. Die Lösung des Arbeitslosenproblems in Europa: Nach dem Punkt 4 erfüllt wurde, werden für den Wiederaufbau und die Wiederbesiedlung Syriens ca. 21 Millionen Menschen benötig ( die momentane Bevölkerungszahl Syriens). Dafür werden die Arbeitslosen, vor allem im Süden der EU, „freiwillig“ gemeldet. Da die gesamte Infrastruktur des Landes neu aufgebaut werden muss, hat die in einer tiefen Krise steckende Baubranche, nun wieder auf mehrere Jahrzehnte gefüllte Bücher. Spanische Baufirmen werden bevorzugt behandelt.

Man mag es geschmacklos nennen, so sarkastisch über den Syrienkonflikt zu reden. Wenn man jedoch die aktuellen Situation in Syrien den „Bemühungen“ der „internationalen Gemeinschaft“ gegenüberstellt, dann wird man entweder den Verstand verlieren oder zynisch. Es geht keinem der Politiker um Menschenleben in Syrien. Es geht ihnen um Einfluss, Geld und vielleicht auch die Möglichkeit, den anderen Staaten zu demonstrieren, wie gut ihre Waffensysteme sind. Ginge es um Menschenleben, hätte man schon lange ein UN-Mandat für eine Schutztruppe und bestimmte Städte zu „sicheren Zonen“ erklärt, in denen sich nur Zivilisten aufhalten dürfen, und die von keiner (para-) militärischen Einheiten, egal welcher Seite angehörig, betreten werden dürfen. Diese Lösung wurde schon mindestens einmal von einem hochrangigen General vorgeschlagen, aber irgendwie scheint diese „besorgte internationale Gemeinschaft“ gerade andere, vielleicht größere Probleme zu haben: Das internationale Finanzsystem läuft eben gerade mal nicht mehr so rund wie sie es gewohnt waren! Und das Geld wichtiger ist als Menschenleben, ist nun einmal eine Binsenweisheit. Das mir zu den Geschehnissen in und um Syrien herum ansonsten die rationalen Worte fehlen, ist von daher wahrscheinlich dann doch irgendwie verständlich. 

Ihre Meinung zum Syrienkonflikt?
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Mittwoch, 29. Mai 2013

Menschliches Klonen



Vor gut zwei Wochen geisterte eine Meldung durch nahezu sämtliche Zeitungen, die, wenn sie sich nun als wahr herausstellt, eine neue Ära einleitete. Einem amerikanischer Forscher war es angeblich erstmals gelungen, einen Menschen, genauer gesagt, menschliche Zellen zu klonen. Zwar gab es vor einigen Tagen einige Kritik an der Arbeit des Forscher, da er die selben Bilder zur Illustration von verschiedenen Sachverhalten genutzt haben sollte. Bis jetzt wurden aber seine Ergebnisse noch nicht angezweifelt und es sieht auch danach aus, als ob das so bleiben wird. Ebenso interessant wie die wissenschaftliche Diskussion um das Verfahren ist jedoch auch die ethische Diskussion, die im Moment zum Teil ziemlich verbissen geführt wird. Aber warum erregt das Klonen von Menschen das Interesse von so vielen verschiedenen Interessengruppen, wenn es bei Nutztieren doch schon zur Tagesordnung gehört?

Als mit dem Schaf Dolly das erste Mal ein Säugetier erfolgreich geklont wurde, war das eine große Sensation und viele Beobachter rechneten damals schon damit, dass sich die Klontechnik sehr schnell durchsetzten würde. Dies stimmte zwar im Bereich der Nutzviehaltung, aber sobald man anfing mit Menschenaffen - Zellen oder Menschen – Zellen zu arbeiten, versagten die bekannten Methoden. Und so wurde das Klonen von Säugetieren zu einem Standardverfahren, während das Klonen von Menschenaffen und Menschen schon von einigen Wissenschaftlern als unmöglich erachtet wurde. Das nun endlich auch diese biologische Barriere überwunden wurde, ist aus wissenschaftlicher Sicht ein großer Triumph. Außerdem beweist es, das der Mensch eben doch „nur“ ein Säugetier ist und keine große Sonderstellung im Stammbaum der Säugetiere besitzt, da im Großen und Ganzen das übliche Klonverfahren angewandt wurde, und nur an einigen Stellen etwas anders gearbeitet werden musste. Hat dieses Klonen jetzt irgend eine praktische Anwendung ( außer dem Erstellen ein Klonkriegerarmee)  oder ist es einfach nur wissenschaftliche Spielerei?

Um zu verstehen, was das Klonen von menschlichen Zellen für Vorteile bringt, sollte man die grundlegende Technik  verstanden haben. Im Prinzip benötigt man zum Klonen nur zwei Zellen: Eine beliebige Zelle des Wesens, das geklont werden soll und eine weibliche Eizelle, die nach Möglichkeit von einem Wesen der selben oder einer nahe verwandten Art stammt. Im ersten Schritt entkernt man die Eizelle. Danach entnimmt man der anderen Zelle die DNS und spritzt sie in die Eizelle. Im nächsten Schritt wird die Eizelle in eine Nährlösung in einer Petrischale vermehrt. Wenn sich dann ein genügend großer embryonale Zellhaufen gebildet hat, wird dieser Zellhaufen in die Gebärmutter eines entsprechenden Wesens eingegeben und im Idealfall entwickelt sich daraus dann ein Klon des Wesens, von dem die DNS stammt. Damit man ein Lebewesen wirklich erfolgreich klonen kann, muss man natürlich noch eine Vielzahl an anderen Dingen beachten, aber im Grund ist das ganze wirklich so einfach wie es klingt. Das, was das Klonen von Menschen so interessant macht, ist der Schritt, in dem die embryonalen Stammzellen entstehen. Denn diese kann man nun erstmals gewinnen, ohne dafür auf abgetriebene Embryonen zurückgreifen zu müssen. Dies hat den großen Vorteil, dass man in Deutschland und vielen anderen Ländern der Welt, in denen es verboten ist solche Stammzellen zu benutzten, nun einen vernünftigen Ersatz hat. Vermutlich wird die gesamte Stammzellenforschung einen Auftrieb bekommen, da man nun über eine nahezu unbegrenzte Quelle von Stammzellen verfügt und nicht nur auf einige wenige Zelllinien zurückgreifen muss. Mit den geklonten Zellen eines Menschen ist es auch möglich Organe oder Gewebe zu züchten, welches nicht mehr von dem Körper abgestoßen wird. Das größte Problem der heutigen Transplantationsmedizin, die Abstoßungsreaktion und die damit verbundene ständige medikamentöse Behandlung wäre damit auf einen Schlag gelöst. Man sieht also, dass es eigentlich eine sinnvolle Idee war, auch menschliche Zellen zu klonen. Aber gibt es auch negative Seiten des Klonens? Gibt es nicht auch ethische und moralische Probleme beim Klonen?

Wie immer haben die Kirchen eine Problem mit geklonten Menschen, auch, wenn im Moment noch keiner ernsthaft einen Menschen klonen möchte, sondern nur die Stammzellen von Interesse sind. Für sie ist das ein klarer Eingriff in Gottes Plan und eine Verletzung der Menschenwürde. Auch säkulare Politiker haben teilweise ein Problem mit dem Klonen. Sie sehen vor allem die Persönlichkeitsrechte des geklonten Menschens verletzt. Ein weiteres Argument gegen das Klonen, das im Feuilleton der FAZ auftauchte, ist, dass Klone keine Seele hätten, da sie nur ein „Abklatsch“ der „eigentlichen“ Menschen wären. Ob man Gottes Plan mit klonen verletzt oder nicht ist eine müßige Diskussion. Wer daran glaubt, sollte sich einfach nicht klonen lassen, aber Argumente ohne vernünftige, diskussionsfähige Grundlage haben keinen Platz in ernsthaften Diskussionen. Viel interessanter ist daher das Argument der verletzten Menschenwürde und des „abklatsches“.

Ironischerweise sind es gerade die Verfechter der „Menschenwürde“, die die Klone als „Untermenschen“ betrachten und ihnen offensichtlich den Status eines Menschen, geschweige denn den einer Person absprechen. Dies ergibt sich nun einmal automatisch durch ihre Argumentation, dass ein Klon ein „abklatsch“ einer „normalen“ Person sei und als solcher über keine Seele verfügen könnte. Außerdem würde der Klon selber über keine „echten“ Persönlichkeitsrechte verfügen, da er schließlich „nur“ eine Kopie ist. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass die Vertreter dieser Argumentationslinie dies auch gegenüber den „natürlichen“ Klonen in unserer Gesellschaft vertreten würden! Eineiige Zwillinge sind nun einmal nichts anderes als „Klone“, die einfach in einem sehr kurzen Abstand geboren wurden. Keine Person würde auch die Idee kommen, einen als „echt“ und den anderen als „falsch“ zu bezeichnen. Beide Zwillinge entwickeln eigenständige Persönlichkeiten und gehen im weiteren Leben getrennte Wege; es sind also zwei eigenständige Menschen, wer sollte sich darüber wundern. Das selbe würde auch für Klone gelten, mit der einzigen Ausnahme, dass sie deutlich jünger wären als ihr „genetischer Vater“. Es sind freie Persönlichkeiten, die sich auch frei entwickeln werden. Es scheint im Moment also keine rationalen Argumente gegen das Klonen von Menschen zu geben. Es gibt wahrscheinlich aber auch keine rationalen Argumente dafür, dass es unbedingt notwendig wäre jemanden zu klonen.

Meiner Ansicht nach wird das Klonen von Menschen, bis auf wenige kriminelle Ausnahmen, die vermutlich dazu dienen werden, „Organlager“ zu haben, nicht praktiziert werden. Denn ebenso wenig, wie es rationale Argumente gegen das Klonen an sich gibt, gibt es auch rationale Argumente dafür, dass man sich selber unbedingt klonen müsste. Ein Klon von sich als Organlager muss man sich nur anlegen, wenn man nicht über die Technik verfügt, aus den geklonten Stammzellen die Organe wachsen zu lassen und dazu noch völlig skrupellos ist. Da das Klonen von Menschen doch etwas aufwendiger zu sein scheint, sehe ich darin aber keine Gefahr. Was für mich zählt ist, dass eine neue Ära der Stammzellenforschung angebrochen ist und ein weiteres Mysterium des Menschen gelöst wurde. Abgesehen von den vorschnellen und unüberlegten Querschüssen einiger Personen und Institutionen wird es auch noch lange keine rationalen Argumente gegen das Klonen geben und so hoffe ich, dass diese Technik weiterhin erforscht und verbessert wird. Man weiß nie, wozu es uns nachher einmal nützen kann!

Nicht die Gene definieren eine Person -
Sondern Erfahrungen und Taten!